VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Aktionsbündnis Bahnhof Buchenau barrierefrei

Petition an den Bayrischen Landtag zum uneingeschränkt barrierefreien Ausbau Bahnhof Buchenau

Wir fordern die Bayrische Staatsregierung auf,

1. ihren Einfluss als Aufwandsträger beim Umbau des Bahnhofs Buchenau in Fürstenfeldbruck gegenüber den betroffenen Stellen des Eisenbahnwesens - vor dem Hintergrund der eigenen Ziele (Programm „Bayern barrierefrei 2023“) und der Zugangsrichtlinien des Europäischen Rechts - kompromisslos wahrzunehmen, mit dem Ziel einer zukünftigen uneingeschränkten Barrierefreiheit des Bahnhofs Buchenau,

2. notfalls Mehrkosten, die einen uneingeschränkt barrierefreien, verkehrssicheren und zukunftsfähigen Ausbau des Bahnhofs ermöglichen würden, auch aus Landesmitteln zu übernehmen.

Wir, die Unterzeichnenden, unterstützen nachdrücklich folgende Petition

Wir fordern die Bayrische Staatsregierung auf,

1. ihren Einfluss als Aufwandsträger beim Umbau des Bahnhofs Buchenau in Fürstenfeldbruck gegenüber den betroffenen Stellen des Eisenbahnwesens - vor dem Hintergrund der eigenen Ziele (Programm „Bayern barrierefrei 2023“) und der Zugangsrichtlinien des Europäischen Rechts - kompromisslos wahrzunehmen, mit dem Ziel einer zukünftigen uneingeschränkten Barrierefreiheit des Bahnhofs Buchenau,

2. notfalls Mehrkosten, die einen uneingeschränkt barrierefreien, verkehrssicheren und zukunftsfähigen Ausbau des Bahnhofs ermöglichen würden, auch aus Landesmitteln zu übernehmen.

Durch einen Klick auf das Bild rechts erhalten Sie eine druckbare Unterschriftenliste.

Unterstützerliste Stand September 2016 - Aktionsbündnis Bahnhof Buchenau barrierefrei

Kommunale Funktionsträger:

Herbert Sedlmeier, Behindertenbeauftragter Landratsamt, Herbert.sedlmeier@lra-ffb.bayern.de

Bernd Willkomm, Beirat f. Menschen mit Behind., bernd-willkomm@gmx.de

Martina Lampl, Vorsitzende des Beirats f. Menschen m. Behind., martina-lampl@t-online.de

Johanna Purschke-Öttl, Dreirat e.V., Beratung LRA FFB; info@dreirat.de

Detlef Kurp, Seniorenbeirat Vorsitzender, detlef.kurp@yahoo.de

Michel Theil, Seniorenbeirat Stellvertr. Vorsitzender, michel-theil@t-online.de

Gabriele Off-Nesselhauf, Bezirks-, Kreis- und Stadträtin (Germering), offnesselhauf@aol.de

Sozialverbände und bürgerschaftliche Organisationen:

Felix Hechtel, Kreisgeschäftsführer VdK FFB, F.Hechtel@vdk.de

Johann Leitmair, Kreisjugendvertreter VdK, kv-ffb@vdk.de

Thilo Wimmer, Caritaskontaktstelle f.Menschen m. Behinderung, Thilo.Wimmer@caritasmuenchen.de

Thomas Brückner, Verkehrsforum FFB, tobmax@t-online.de

Rodica Melmer, Stiftungsvorstand Kinderhilfe FFB, rodica.melmer@stbam1.bayern.de

Mirko Pötsch, Sprecher BI S4-Ausbau, SPD, mirko.poetzsch@gno.de

Dr. Richard Bartels, Slow-food Fünfseenland, dr.richard.bartels@t-online.de

Sonja Schlünder, Diakonie FFB Soziale Dienste Wohnberatung, sonja.schluender@diakonieffb.de

Politische Parteien:

Martin Haisch, SPD stv. Vors., Verkehrsforum, haisch@kabelmail.de

Karin Geißler, Die Grünen, Dritte Bürgermeisterin der Stadt FFB, k.geissler@ffb.org

Philipp Heimerl, Stadtrat SPD Fraktionsvorsitzender, heimerl.philipp@gmail.com

Hermine Kusch, Stadträtin BBV, h.kusch@bayern-mail.de

Alexa Zierl, Stadträtin Die Grünen, mail@alexa-zierl.de

G. Stockinger, Stadtrat FW, g.stockinger@tonwerk-ffb.de

Jan Halbauer, Bezirks- und Stadtrat, Sozialreferent (Die Grünen), mail@jan-halbauer.de

Karl Danke, Stadtrat BBV, karl.danke@online.de

Klaus Quinten, Stadtrat BBV, Fraktionsvorsitzender, Klaus.Quinten@gmx.de

Jörn Weichold, D,ie Linke, Behindertenbeirat J.Weichold@gmx.net

Tommy Beer, Stadtrat BBV, beertommy@googlemail.com

Bahnhof Buchenau - Grundlagen

Das Verkehrsforum FFB beobachtet die Planungsgeschichte zum barrierefreien Umbau des Bahnhofs Buchenau schon über Jahre äußerst kritisch. Im Frühjahr 2016 wurde aufgrund entsprechender Presseberichte deutlich, dass solche Planungen nunmehr umgesetzt werden sollen. Glücklicherweise hatten zu dem Zeitpunkt mehrere Arbeitskreise zum Thema Stadtentwicklung und Verkehrspolitik ihre Arbeit aufgenommen, deren Mitglieder die vorgelegten Planungen ebenfalls sehr kritisch sahen, wie auch der Beirat für Menschen mit Behinderung. Schnell war man sich einig, nicht kritiklos zusehen zu wollen, wie hier eine Scheinlösung als barrierefreier Ausbau verkauft werden soll.

Gründung Aktionsbündnis

Am 30.6.2016 trafen sich Vertreter von Behindertenbeirat und Seniorenbeirat der Stadt FFB, der Beauftragte für Menschen mit Behinderung des Landkreises, Vertreter örtlicher Sozialverbände (Caritas, VdK) und örtlicher politischer Parteien (SPD, Grüne) sowie die 3. Bürgermeisterin der Stadt FFB.

Man war sich einig, dass die vorgelegten Planungen zwar eine partielle Verbesserung erreichen könnten. Vor dem Hintergrund aber, dass es bei dem anvisierten Investitionsvolumen auf einen Zeitraum von 50 Jahren bei „partiell“ bleiben wird, möchten alle Beteiligten noch einen Versuch starten, für eine wirklich uneingeschränkt barrierefreie Lösung zu kämpfen. Dazu soll das Aktionsbündnis ins Leben gerufen werden. Nachdem die Stadt FFB praktisch keine eigenen Einflussmöglichkeiten hat, bleibt als Weg nur eine Petition sowie der Versuch, entsprechende öffentliche Aufmerksamkeit (Unterschriftenlisten) auf das Thema zu generieren. Natürlich sollte auch die Presse über die tatsächlichen Hintergründe informiert werden.

Den Seniorenvertretern war besonders wichtig der Fokus auf die kürzlich errichteten, umfangreichen Wohnanlagen für Senioren im Umfeld des Bahnhofs, die mit Recht eine entsprechende Ausstattung an Mobilitätsmöglichkeiten erwarten. Das entspricht aber auch den Zielsetzungen aller, das Problem eines barrierefreien Bahnhofs nicht vordergründig auf Rollstuhlfahrer zu begrenzen, sondern tatsächlich auf Inklusion, also Benutzbarkeit für ALLE zu setzen. Dies führt dazu, dass Herr Haisch bei der optischen Umsetzung von Druckmedien das Logo der aktuellen VdK-Kampagne www.weg-mitden-barrieren.de in den Vordergund stellen wird, weil es die Kerninhalte am Deutlichsten übersetzt.

Neben der öffentlichen Präsentation der Petition geht es darum, möglichst viele, weitere Mitstreiter zu gewinnen (Bundes- und Landtagsabgeordnete, weitere Sozialverbände und Parteien). Einige sind bereits in Aussicht gestellt oder gesichert (BI S4-Ausbau, Fahrgastverband Pro Bahn), jedoch in Anbetracht der Sommerferien nicht immer sofort unterschriftsreif. Auch evtl. Rechtsbeistand sollte eingeholt werden. Der Freistaat Bayern hat sich im Programm „Bayern barrierefrei 2023“ auf hohe Ziele verpflichtet, und auch europäisches Recht hat in der Umsetzung entspr. UN-Konventionen durch verbindliche Verordnungen geltende Verpflichtungen für Umbauten dieser Größenordnung geschaffen.

Aktionsbündnis weitere Arbeit

Am 13.8.2016 werden die Erstunterzeichner die Petition auf den Weg bringen. Im Rahmen der Stände von VdK, Behindertenbeirat und Verkehrsforum soll über Unterschriftenlisten auch die Bürgerschaft für das Anliegen interessiert werden.

Wir gehen davon aus, dass die aktuellen Planungen der DB Netze nach der Sommerpause auch in den Gremien des Stadtrats (Verkehrsausschuss) nochmals verhandelt werden. Wir möchten erreichen, dass die Bürgervertreter dann diese mangelhafte Planung ablehnen bzw. zumindest kritisieren und sich der vorgelegten Petition anschließen.

Historie und technische Beurteilung der vorgelegten Planung

- Der geplante barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Buchenau ist längst überfällig, um endlich auch behinderten Menschen eine selbstständige und umweltfreundliche Mobilität zu ermöglichen. Im Auftrag des Bayr. Wirtschaftsministeriums hatte die DB AG 2012 fünf Planungsvarianten dem

Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Mit Verwunderung mussten wir jedoch feststellen: Keine der fünf Varianten ist WIRKLICH barrierefrei !!!

- Verschiedene Stellungnahmen, Presseerklärungen und ein Brief an OB Kellerer und die Fraktionen (auch von der BI S4 Ausbau jetzt) halfen damals nicht. Nach dem Motto: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“ hat sich der Stadtrat einstimmig für eine der (teuersten, aber nicht barrierefreien) Varianten entschieden, mit einer neuen barrierefreien Fußgängerunterführung

in der Mitte der Bahnsteige, einem neuen, dritten Bahnsteig (Gleis 3) auf der Südseite (Buchenauer Platz) und drei Aufzügen. Der neue Südbahnsteig (Gleis 3) wird barrierefrei auf 96 cm Höhe errichtet. Der bestehende Nordbahnsteig (Gleis 1) wird barrierefrei auf 96 cm erhöht. Der alte Mittelbahnsteig (Gleis 2) bleibt jedoch auf der jetzigen, nicht barrierefreien Bahnsteighöhe von 76 cm. Alle S-Bahnen, die im Bhf. Buchenau enden oder von Schnellzügen überholt werden müssen, halten am Mittelbahnsteig! Der Höhenunterschied von 20 cm ist für Rollstuhlfahrer unüberwindbar. Die Barrierefreiheit ist trotz teurem Umbau nicht WIRKLICH gegeben.

- Nun, im Juni 2016, liegen der Stadt die Pläne der DB zum Umbau vor: Eine absolute Sparlösung:

1. Bemerkenswert ist, dass alle Bahnsteige auf eine Minimalbreite von 2,5 m Breite zurückgebaut werden.

2. Schnellzüge mit 160 km/h fahren in Zukunft an den schmalen S-Bahnsteigen vorbei und gefährden vor allem Kinder.

3. Die barrierefreie Rampe vom Südbahnsteig zum Buchenbauer Platz fehlt.

4. Der reduzierte Mittelbahnsteig bleibt auf nicht barrierefreier Höhe von 76 cm. Hintergrund sind militärische Transporte (Panzer), die ein größeres „Lichtprofil“ benötigen, und an einer Bahnsteigkante von 96 cm hängen bleiben würden. Deshalb muss immer ein Gleis dieses größere Lichtprofil besitzen, mit Bahnsteighöhe von 76 cm.

- Verbesserungen wie breitere Bahnsteige und Rampen sind verhandelbar. Doch geben wir uns mit der mangelhaften, nicht WIRKLICH barrierefreien Planung zufrieden, die eigentlich eine Unverschämtheit ist? Realisierung voraussichtlich 2019. Eine Neuplanung, wie auch immer, würde weitere Zeitverzögerungen und höhere Kosten verursachen. Motto: „Warten, aber dafür g’scheit planen?“

Bisher formulierte Ansprüche des Verkehrsforums

- Laut Mitteilung von Frank Kutzner aus dem bayr. Wirtschaftsministerium vom 29.02.2012 heißt es: „Der barrierefreie Ausbau von Buchenau wird sich an der Gleistopologie des Bestandes orientieren. Ein Bedarf eines viergleisigen Streckenausbaus im Bereich Buchenau ist derzeit nicht erkennbar. Daher können unbegründbare Vorsorgemaßnahmen im Rahmen des barrierefreien Ausbaus der

Station Buchenau nicht getroffen werden.“

- Alle WIRKLICH barrierefreien Alternativlösungen (siehe Vorschläge VERKEHRSFORUM FFB von Martin Haisch, Thomas Brückner oder auch Dipl.Ing. Stefan Baumgartner) werden deutlich teurer, da dafür zusätzlich Gleisstränge, Weichen und Oberleitungen verlegt werden müssen. Eine neue Weiche kostet 500.000 bis 1 Mio. €.

- Zukunftsfähig wären Lösungen, die einen zukünftigen 4- gleisigen Ausbau der Strecke berücksichtigen (2 S-Bahn- Gleise und 2 Schnellzug-Gleise). Denn durch die Zulaufstrecke von München zum neuen Gotthardtunnel und durch die gesamte Elektrifizierung der Strecke im Allgäu werden doppelt so viele Fernzüge wie bisher fahren.

- Zukunftsfähig wären Lösungen, wo Schnellzüge nicht mit 160 km/h an den S-Bahnsteigen vorbeirauschen.

- Zukunftsfähig wären auch Lösungen, die einen Regionalzughalt im Bhf. Buchenau (oder auch Bhf. FFB) ermöglichen. Dazu braucht man wiederum einen Bahnsteig, der auf 76 cm liegt.

- Fazit: Zukunftsfähig wäre eine 4-gleisige Anlage mit zwei barrierefreien S-Bahn-Außenbahnsteigen (Gleis 1 und 4), die durch Rampen auch barrierefrei sind, wenn die Aufzüge nicht funktionieren, und zwei mittleren Gleisen 2 und 3 für Regional und Fernzüge, mit Mittelbahnsteig auf 76 cm Höhe.

Hinweis:

Für einen Regionalzughalt in unserer Stadt sollten wir kämpfen. Sollte der Bhf. FFB jetzt für Regionalzughalte ausgebaut werden, erübrigt sich der Mittelbahnsteig in Buchenau. Somit könnte der Mittelbahnsteig abgebrochen werden und es wäre Raum für das vierte Gleis in Buchenau.

- Verhindert werden sollte auf jeden Fall, dass die DB weitere Grundstücke entlang der Strecke verkauft. Dadurch wird eine nicht zukunftsfähige 2-gleisige Strecke zementiert.

Barrierefreier Umbau Bahnhof Buchenau - Ausgangslage

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Sowohl der nördliche Außenbahnsteig wie auch die vorhandene Unterführung sind nach moderner Anschauung allenfalls bedingt barrierefrei (Bahnsteighöhe, Steigung der Unterführung). Die farbliche Unterscheidung dient hpts. dem Verständnis der nachfolgend dargestellten Maßnahmen.

Wichtig zum Verständnis ist die Darstellung der Gleisbeziehungen, welche die Bahn aus Kostengründen möglichst nicht verändern möchte. Dabei ist wichtig zu wissen:

• Neben Puchheim ist der Bahnhof Buchenau die einzige Möglichkeit zwischen Pasing und Geltendorf, an der Regionalzüge die S-Bahn überholen können. Solche “schnelle Durchfahrten” können aktuell nur über die Fernverkehrsgleise 1+3 abgewickelt werden, weil am Mittelgleis 2 der Kurvenradius der im momentanen Zustand zu bewältigenden Weichen zu eng ist. Bei dem

bestehendem zweigleisigem Ausbau der Strecke sind diese zwei Überholmöglichkeiten aber unabdingbar für den Zugverkehr.

• Am Bahnhof Buchenau finden im normalen S-Bahn-Betrieb häufig Zugteilungen statt. Das Abstellgleis für den stehen bleibenden Zugteil ist nur von Gleis 2 oder 3 zu erreichen.

Barrierefreier Umbau Bahnhof Buchenau - Aktueller Planungsfavorit

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Über zwei in der Höhe barrierefrei angehobene Außenbahnsteige würde ein auch von technischen Anlagen unabhängiger Zugang der S-Bahn-Züge ermöglicht. Der Mittelbahnsteig bleibt so, damit dort bei entspr. Bedarf auch Regionalzüge halten können (tieferes Einstiegsniveau). Der zusätzliche (westliche) Tunnel ermöglicht ein tatsächliches Queren zwischen Alt- und Neubuchenau. (Quelle: Verkehrsforum FFB)

Kritik:

An den Gleisbeziehungen ändert sich nichts. Das bedeutet, das in den häufig vorkommenden Fällen von Zugüberholungen oder Zugteilungen die S-Bahn

weiterhin technisch zwingend das nicht barrierefreie Gleis 2 (Mittelbahnsteig) anfahren muss. Der ist aber (absichtlich) nicht barrierefrei. Wir bekämen also einen Bahnhof, der theoretisch barrierefrei wäre, faktisch aber leider nicht jederzeit barrierefrei benutzbar ist.

Folgerung:

Um für alle denkbaren Verkehrssituationen Barrierefreiheit garantieren zu können, muss entweder der Mittelbahnsteig kompatibel zum S-Bahn-Einstieg gebaut werden oder die Gleisbeziehungen müssen so verändert werden, dass die technisch unabhängig barrierefreien Außenbahnsteige in jedem bahntechnischem Fall zum S-Bahn-Halt benutzt werden können.

Barrierefreier Umbau Bahnhof Buchenau - Mögliche Lösung ohne Umbau der Bahngleise

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Ohne Umbau der Gleisbeziehungen bleibt nur die barrierefreie Ertüchtigung des Mittelbahnsteigs übrig, soweit man das barrierefreie Fortkommen für alle S-Bahnen ermöglichen möchte. Damit wird auch der zusätzliche West-Tunnel zwingend, weil die bisherige Ost-Unterführung nicht wirklich barrierefrei ist.

Jedenfalls lässt sich unter solchen Annahmen nur so erreichen, dass ein nicht eingeschränkter Zugang zu S-Bahnen auch im Fall von Zugteilung oder Überholung besteht.

Kritik:

• Der Vorteil von Außenbahnsteigen, nämlich unabhängig von Unterhalt und Funktionieren der Aufzüge barrierefreie Zugänge zu ermöglichen, muss so aufgegeben werden.

• Die theoretische Möglichkeit von Zughalten der Regionalzüge wird ausgeschaltet, gerade was die wichtigen Verbindungen nach München anbelangt (der Mittelbahnsteig ist dann zu hoch).

Barrierefreier Umbau Bahnhof Buchenau - Lösungsoption mit Gleisumbau dreigleisig

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Die eigentlich erwünschte, permanente Nutzung von Außenbahnsteigen für den S-Bahn- Verkehr lässt sich also nur über die Veränderung der Gleisbeziehungen erreichen. Die ist sehr teuer. Neue Weichen schlagen mit 0,5-1 Mio. EUR zu Buche, je nachdem, ob sie in eine neue Signalstruktur eingepflegt werden müssen. Ein solcher Gleisumbau müsste dann zwingend so erfolgen, dass schnell fahrende Regionalzüge das bisherige Gleis 2 für Durchfahrten nutzen können, ohne zu kurvige Weichen befahren zu müssen. Hier könnte aber sicher ein Kompromiss gefunden werden zwischen Durchfahrtgeschwindigkeit und dafür akzeptablem Kurvenradius der

Weichenstellungen. Problematisch bleibt in dem Zusammenhang die Notwendigkeit, das vorhandene Abstellgleis für Zugtrennungen in ein solches Tableau einzubinden. Es kann nur entweder wie bisher und hier dargestellt

zwischen den Fernverkehrsgleisen verbleiben und so diese zu einer Ausweichkurve zwingen. Alternative wäre, dem Fernverkehr eine gerade Durchfahrt auf der Trasse des bisherigen Abstellgleises zu ermöglichen, womit dieses nördlich oder südlich des Schienenhauptstrangs zu liegen käme und komplett neu angebunden werden müsste (verbunden mit einem kompletten Umbau der Weichen- und Gleissituation). Das zukünftige S-Bahngleis 1 benötigt in jedem Fall einen bisher fehlenden Zugang zum Abstellgleis bei

Zugtrennungen. Um die dafür nötige neue Weichenstellung auch einzufügen, könnte ggf. der Außenbahnsteig Nord nach Osten verlegt werden.

Der im Bild dargestellte Zusammenhang kann daher nur eine gleistechnische Denkmöglichkeit darstellen, keinesfalls eine gesicherte Planungsvariante. Tatsächliche Möglichkeiten aufzuzeigen wäre Aufgabe der Bahnplaner.

Kritik:

Zugüberholungen in Richtung München sind barrierefrei auch so nicht möglich, weil die S-Bahn dann wieder auf den Mittelbahnsteig ausweichen müsste. Durch den direkten Anbau des Außenbahnsteigs wird ein ggf. gewollter viergleisiger Ausbau der Strecke praktisch verhindert.

Barrierefreier Umbau Bahnhof Buchenau - Lösungsoption mit Gleisumbau viergleisig

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Die letzten Kritikpunkte ließen sich umgehen durch einen tatsächlich viergleisigen Ausbau des Bahnhofs. Das macht zwei weitere Weichen mit Signalsteuerung erforderlich, hält aber die langfristig erwünschte Option eines insgesamt mehrgleisigen Ausbaus der Strecke offen. Zu bedenken bleibt, dass die Lösung in dieser Form auf die vorhandene Ost-Unterführung setzt, welche nach modernen Kriterien nicht barrierefrei ist. Damit bleibt auch hier die Frage im Raum, ob diese ertüchtigt werden kann oder sinnvoller durch einen weiteren West-Tunnel ergänzt werden sollte.

Weitere Aspekte zur Entscheidungsfindung:

Barriefrei benutzbare Außenbahnsteige ertüchtigen zwar den Bahnhof und könnten einen zusätzlichen West-Tunnel mit Aufzügen erübrigen. Deswegen bleibt aber die vorhandene Unterführung als Verbindung zwischen Alt-Buchenau und Geschw.-Scholl-Platz weiterhin eingeschränkt. Der zweite Ost-

Tunnel könnte also weiterhin notwendig sein. Die Stadt ist nicht Kostenträger, sie hat allenfalls Mitspracherecht. Es handelt sich aber um einen sehr wesentlichen Aspekt. Nachdem nicht einmal der Bahnhof FFB tatsächlich barrierefrei ist und es wohl nie werden wird, besteht nur am Bahnhof Buchenau die Möglichkeit, das Versprechen jederzeitiger Mobilität zur Landeshauptstadt und Zugang zum allgemeinen Zugverkehr auch für behinderte Menschen einzulösen. Die Bahn sollte aufgefordert werden, die Kostenaspekte zu zerlegen: Was kostet der West- Tunnel, was der Gleisumbau (in denkbaren Varianten), was die jeweiligen Bahnsteigumbauten. Endziel der Stadt muss sein, dass auch ein in der Mobilität eingeschränkter Mensch sich jederzeit von und nach FFB bewegen kann.

Text: Martin Haisch (SPD) Verkehrsforum FFB

Fürstenfeldbruck, 15.07.2012: Barrierefreier Ausbau Bahnhof Buchenau, FFB

Stadt Fürstenfeldbruck
Herr Oberbürgermeister Kellerer Hauptstraße 31
82256 Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck, 15.07.2012 Offener Brief

Bund Naturschutz FFB und VERKEHRSFORUM FFB begrüßen den jetzt geplanten, längst überfälligen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Buchenau, um endlich auch behinderten Menschen eine selbstständige umweltfreundliche Mobilität zu ermöglichen. Mit Verwunderung nehmen wir jedoch die fünf vorgelegten Planungsvarianten der DB AG im Auftrag des Bayr. Wirtschaftsministeriums für einen barrierefreien Ausbau zur Kenntnis. Denn:

A) Keine der fünf Varianten ist wirklich barrierefrei !!!

B) Keine der fünf Varianten berücksichtigt einen möglichen viergleisigen Ausbau der Strecke !!!

 

Zu A) Barrierefreiheit:

Punkt A wurde schon am 22.06.12 Hr. Kornacher und Hr. Reize in „cc“ zugeleitet.

  1. Die Bahnsteige barrierefrei auszubauen, aber diese an die nicht barrierefreie

    Bestands-Unterführung mit zu steilen Rampen anzubinden, macht keinen Sinn.

    Insofern entfallen die Varianten 1 und 4.

  2. Was jedoch viel gravierender ist, kommen nach dem Betriebskonzept der Bahn alle S-

    Bahnen, die im Bhf. Buchenau enden, zum Aussteigen immer auf Gleis 2 an, da nach dem Bahnhof keine Verbindungen mehr von Gleis 1 zu den Gleisen 2 oder 3 bestehen. In allen Varianten bleibt aber der Mittelbahnsteig auf der Seite von Gleis 2 auf der niedrigen, nicht barrierefreien Bahnsteighöhe (76 cm)! Der Höhenunterschied von 20 cm ist für Rollstuhlfahrer unüberwindbar.

Wir schlagen deshalb eine weitere Variante 6 vor:

  1. Schließung des zu niedrigen Mittelbahnsteiges, denn zwei Bahnsteige reichen für die S- Bahn. Das Mittel-Gleis 2 wird reines Durchfahrtsgleis für Regional- und Güterverkehr.

  2. Bau einer Gleisverbindung von Gleis 1 zu Gleis 3. Dadurch halten alle S-Bahnen stadtauswärts, also auch die, die im Bahnhof Buchenau wenden, auf dem Nordbahnsteig (Gleis 1). Alle stadteinwärts fahrenden S-Bahnen halten auf dem Südbahnsteig (Gleis 3).

  3. Erhöhung des Außenbahnsteigs Nord (Gleis 1) auf die barrierefreie Höhe von 96 cm, mit ebenem barrierefreien Zugang vom Geschwister-Scholl-Platz.

  4. Bau eines neuen Außenbahnsteigs Süd (Gleis 3) auf barrierefreier Höhe von 96 cm, mit barrierefreier flacher Rampe vom Buchenauer Platz.

  5. Bau einer neuen barrierefreien Fußgänger-Unterführung im Drittelpunkt der Bahnsteige, mit zwei Aufzügen, einer zum Nord- und einer zum Süd-Bahnsteig.

  6. Durchgehende Überdachung der beiden Außenbahnsteige zumindest auf Kurzzug- Länge.

Vorteile von Variante 6:

  1. Entlastung der Abgänge an den östlichen Bahnsteigenden durch die neue Unterführung.

  2. Beide Außenbahnsteige sind auch bei einem defekten Aufzug (zumindest von einer Seite) barrierefrei erreichbar.

  3. Kostenreduzierung durch Wegfall der Ertüchtigung des Mittelbahnsteigs.

  4. Kostenreduzierung durch Wegfall einer neuen Treppenanlage und eines neuen

    Aufzuges am Mittelbahnsteig.

  5. Der Wegfall des Mittelbahnsteiges bietet den Raum für einen späteren 4-gleisigen

    Ausbau.

Zu B) Viergleisigkeit:

Uns ist bewusst, dass Bahn und bayrisches Wirtschaftsministerium sich auf einen 4-gleisigen Ausbau, wenn überhaupt, dann nur bis Bahnhof Eichenau festgelegt haben. Auf Grund der Taktdichte (20-Min.-Takt, später 15-Min.-Takt) und der hohen Fahrgastzahlen der Bahnhöfe Fürstenfeldbruck und Buchenau erscheint es uns aus betriebstechnischen Gründen angebracht, die Strecke bis Buchenau 4-gleisig auszubauen. Auf zwei Gleisen kann ein pünktlicher und reibungsloser Takt-Verkehr schon heute nicht gewährleistet werden. Mit der Elektrifizierung der Strecke in die Schweiz (Fertigstellung 2016) und der möglichen Fertigstellung der zweiten S-Bahn-Röhre in München kommen zusätzliche überregionale Züge und zusätzliche Express-S-Bahnen hinzu, die einen einheitlichen Takt und reibungslosen Betrieb unmöglich machen.

Aus unserer Sicht käme es einem Schildbürgerstreich gleich, wenn wir beim jetzigen Ausbau des Bahnhofes nicht auch die evt. spätere Viergleisigkeit mit in die Planung einbeziehen, und vielleicht in 30 Jahren alles neu Gebaute wieder abreißen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Brückner, VERKEHRSFORUM FFB