VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK

Entstehung und Ziele des VERKEHRSFORUMS FFB

Rad

Im Frühjahr 1991 ereignete sich auf der Augsburger Straße in FFB ein Unfall, bei dem ein Schüler von einem Kleinbus überfahren wurde und ums Leben kam. Spontan entstand in Folge eine Bürgerinitiative besorgter Eltern, die IVV (Initiative für Verkehrssicherheit durch Verkehrsberuhigung) wurde gegründet. Das VERKEHRSFORUM FFB ist im Mai 1992 aus dieser Bürgerinitiative hervorgegangen. Die Stadtpolitik war schon damals bestimmt vom Parteienstreit pro und contra Umgehungsstraße (B2). Alle Energie der Stadträte floss in den Versuch, die Probleme des motorisierten Verkehrs zu lösen. Es herrschte die allgemeine Ansicht vor, erst müsse eine Umgehungsstraße für den motorisierten Verkehr gebaut werden, dann hätte man Platz für Radfahrer und auch Busse. Für Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger und Radfahrer, und für die Attraktivitätssteigerung des ÖPNV (Öffentlichen Personen Nahverkehr) hatte die Mehrzahl der Stadträte wenig Gehör.

Ziele des VERKEHRSFORUMS FFB waren und sind deshalb:

  • die Verbesserung der Verkehrssicherheit vor allem der schwächsten Verkehrsteilnehmer und
  • die Attraktivitätssteigerung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel, des sog. Umweltverbundes, aus

 

        Fußgängern, Fahrrädern und Bussen.    

       Dafür steht unser Logo FFB !

 

In der Anfangszeit war es gelungen, nicht nur Umwelt- und Verkehrsverbände wie Bund Naturschutz, ADFC, VCD und Pro Bahn an einen Tisch zu bringen, sondern auch Vertreter aller politischen Fraktionen und eine stattliche Anzahl von engagierten Bürgern. Es wurde nach konsensfähigen Lösungen zum Wohle aller Bürger gesucht. Das sofort Machbare stand im Vordergrund. Alle Energie sollte darauf gebündelt werden. Mit einer großen Aktion machte das Verkehrsforum FFB 1992 auf sich aufmerksam: An einem Samstag wurde die mit Parkspuren z. T. 6-spurige Hauptstraße provisorisch auf zwei Spuren zurückgebaut. Mit tausenden von grünen Luftballons wurde eine Baumallee realitätsnah aufgestellt. Die zurück gewonnenen Verkehrsflächen wurden von der anliegenden Gastronomie möbliert und bewirtet. Info-Stände und ein kabarettistisches Programm ergänzten das Angebot. Ein umweltfreundlicher Elektrobus stand zur kostenlosen Rundfahrt bereit.

Hauptstraße 1992

Nach weiteren Aktionen, Diskussionsveranstaltungen, viel Öffentlichkeitsarbeit und zahlreichen Gesprächen auf politischer Ebene wurden vom VERKEHRSFORUM FFB in mehreren Arbeitskreisen (AK City-Bus, AK fahrradfreundliche Stadt, AK Innenstadtgestaltung, AK Öffentlichkeitsarbeit) detaillierte Verkehrskonzepte erarbeitet (siehe unten). Die Konzepte wurden mittels Pressekonferenzen im Rathaus vorgestellt, bzw. auf Bürgerversammlungen z. T. einstimmig angenommen. Trotzdem stießen unsere Forderungen nicht immer auf Gegenliebe. Für Stadträte und Stadtverwaltung war es suspekt, dass sich Bürger derart außerparlamentarisch engagierten. Statt Zusammenarbeit entstand eher eine gewisse Konkurrenz um die besseren Konzepte. Einmischung war zudem nicht überall erwünscht. Nach kurzfristigen Anfangserfolgen blieben weitere aus, und ließen viele engagierte Bürger frustriert weglaufen. Zudem mussten zahlreiche Engagierte (z. B. Architekten) mit beruflichen Nachteilen rechnen, wenn sie sich weiterhin kritisch mit der Stadtpolitik auseinandersetzten!!! Ein schwerer Verlust für die Stadt, wie wir meinen!

In den Folgejahren wurde die Arbeit des Verkehrsforums FFB vor allem durch die Hartnäckigkeit des langjährigen Ortsvorsitzenden des Bund Naturschutz und Sprecher des VERKEHRSFORUMS FFB Thomas Brückner aufrechterhalten. Unermüdlich wurden immer wieder verkehrliche Miss-Stände aufgezeigt, und die in den Verkehrskonzepten formulierten Verbesserungen eingefordert. Als Vorsitzender des Arbeitskreises Verkehr der Lokalen Agenda 21 beeinflusste Herr Brückner auch maßgeblich die 1999 formulierten verkehrspolitischen Leitlinien der Agenda 21 in der Stadt und auch im Landkreis. Die Leitlinien wurden gleich lautend in das „Bessere Verkehrskonzept“ des VERKEHRSFORUMS FFB übernommen, und fanden auch in das „Stadtleitbild“ der Stadt Fürstenfeldbruck in abgeschwächter Form Einzug.

Das VERKEHRSFORUM FFB wird sich auch in Zukunft weiter für die Verwirklichung seiner Ziele und die des Stadtleitbildes einsetzen, und Missstände und Fehlentwicklungen aufzeigen. Die aktive Mitarbeit von Bürgern ist dabei stets willkommen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei seit ein paar Jahren auf der Bewahrung des Stadtparkes. Diese wundervolle innerstädtische Oase mit ihrem mächtigen alten Baumbestand soll durch die Verlagerung der B2 aus der Hauptstraße mit einer Bundesstraße zerschnitten und zerstört werden („Deichenstegtrasse“), obwohl diese Trasse in einem von der CSU/FW-Mehrheit angestrebten Ratsbegehren 2009 mit deutlicher Mehrheit abgelehnt wurde. Das VERKEHRSFORUM FFB organisiert deshalb fast jedes Jahr ein Bürgerfest im Stadtpark, das sogenannte „Deichenstegmonster-Fest“. Petitionen an den Bundes- und Landtag und gerichtliche Klagen gegen diese Zerstörung werden erwogen, sollte dieses stadtzerstörerische Projekt wieder aufleben.

 

Stadtpark 2006

 

Als Anerkennung für sein unermüdliches Engagement erhielt Thomas Brückner am 2.2.2011 von der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV) im Landkreis in einer Feierstunde die Lichtmesskerze 2011 verliehen. Wir hoffen, dass durch diese Anerkennung der Arbeit des VERKEHRSFORUM FFB noch mehr Gewicht in der politischen Landschaft zu Teil wird.

 

Verleihung der Lichtmess-Kerze 2011